Editorial No. 16

Auf Einladung von Andre Thierig, dem Chef der Gigafactory Berlin-Brandenburg, habe ich mir das Werk und die Mitarbeitenden vor Ort in Grünheide ganz genau angesehen. Hier arbeiten Menschen aus über 130 Nationen Seite an Seite. Zwischen Förderbändern und Robotikarmen verweben sich Englisch, Polnisch, Spanisch, Arabisch, Pakistanisch und Berliner Dialekt zu einem Soundtrack der globalisierten Industrie. Doch wie steht es um die Mitarbeitenden? Wie arbeiten sie zusammen und wie ist die Stimmung im Werk? Wie sieht es eigentlich hinter den dicken, mit Graffiti verzierten Betonmauern aus? In dem Artikel (ab S. 21) beschreibe ich, wie das Konzept „Skill or Degree“ konsequent umgesetzt wird, sodass technikaffine Menschen ohne Zeugnisse zu Maschinenbedienern oder Spezialisten ausgebildet werden. Ein weiteres Thema ist der Krankenstand. Tesla hat es geschafft, diesen von zeitweise 17% auf heute unter 5% zu reduzieren. Der Aufschrei in den Medien war groß. Doch welche Philosophie und Führungskultur steckt dahinter? Schließlich wird auch die Frage beantwortet, warum es keine „Versehrtenabteilung“ gibt und warum der Faktor Mensch bei aller Roboterliebe in der Fabrik auch in Zukunft eine tragende Rolle spielt. Diese Ankündigung hat mittlerweile über 40.000 Menschen erreicht und führte auch zur Diskussion rund um Mental Health am Arbeitsplatz. Und genau darum geht es in dieser Ausgabe. Schon das Cover mit Julia Neuen und ihrem neuen Buch „Ich atme ein, ich raste aus“ gibt einen Vorgeschmack auf die Themenvielfalt rund um mentale Gesundheit. Ob Resilienz im Alltag oder warum Prävention heute oft scheitert. Oder warum es nicht am Wissen, sondern an der Umsetzung scheitert, wenn es um die mentale Gesundheit geht. Also: Bitte einmal tief einatmen und diese Ausgabe genießen.

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Prof. Dr. David Matusiewicz